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Schwäbisch Hall
Gerhards Marionettentheater e.V.
Gerhards Marionettentheater e.V. Schwäbisch Hall | Inszenierung | Kalif Storch von Wilhelm Hauff  |
Gerhards Marionettentheater e.V. Schwäbisch Hall | Inszenierung | Kalif Storch von Wilhelm Hauff  |

Kalif Storch

von Wilhelm Hauff

Der Kalif zu Bagdad sitzt an einem schönen Nachmittag mit seinem Großwesir behaglich auf dem Sofa. Da er seinem Großwesir eine Freude bereiten will, lässt er einen Händler vom Markt kommen, der allerlei schöne Dinge anzubieten hat. Dieser Händler ist jedoch der verkleidete Zauberer Kaschnur, der sich an dem Kalifen rächen will. Er erweckt die Neugier des Kalifen und verkauft ihm eine Dose mit einem Pulver und einem Papier mit sonderbarer Schrift, die der Kalif nicht lesen kann. Der Kalif schickt nach einem Gelehrten, der die Schrift entziffern soll. Die Schrift besagt, wer von dem Pulver schnupft und dazu MUTABOR spricht, kann sich in jedes Tier verwandeln und versteht die Sprache der Tiere. Will man sich wieder in seine menschliche Gestalt zurückverwandeln, so muss man sich dreimal gen Osten neigen und dazu MUTABOR sprechen. Aber man muss sich davor hüten, während man verwandelt ist zu lachen, da sonst das Zauberwort gänzlich aus dem Gedächtnis verschwindet und man in ein Tier verwandelt bleibt.
Der Kalif ist begeistert und macht sich sofort mit dem Großwesir auf, um das Pulver auszuprobieren. Sie gehen zu einem See, an dem viele Störche leben. Beide verwandeln sich in Störche und was sie nun beobachten und belauschen, lässt sie die Warnung vergessen, nicht zu lachen, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Der Kalif und der Großwesir vergessen augenblicklich das Zauberwort und können sich nicht mehr zurückverwandeln.
Ratlos fliegen sie über die Dächer von Bagdad. Hier hören sie, dass Mizra, der Sohn des Zauberers Kaschnur, nach dem Verschwinden des Kalifen zum Herrscher von Bagdad ernannt wurde.
Traurig machen sich nun der Kalif und der Großwesir auf und fliegen als Störche verwandelt nach Medina. Sie wollen zum Grab des Propheten, sie hoffen, dass vielleicht dort an heiliger Stätte der Zauber gelöst wird. Bei einer Rast in einer alten Ruine hören sie ein unheimliches Seufzen und Stöhnen. Sie entdecken eine Nachteule in dem alten Gemäuer. Die Eule erzählt ihnen, dass auch sie ein Opfer des bösen Zauberers Kaschnur ist und ihre Rückverwandlung nur geschehen kann, wenn jemand sie in dieser Gestalt als Nachteule zur Gemahlin nimmt. Und nur unter dieser Zusage ist sie bereit, den beiden Störchen zu verraten, wo sich der Zauberer Kaschnur hin und wieder mit seinen Kumpanen zu treffen pflegt.
Schließlich ist der Kalif bereit, die Nachteule zu heiraten.
Der Moment ist günstig, denn heute werden sich die Zauberer wieder in dieser alten Ruine treffen, um sich ihrer Missetaten zu rühmen.
Die Eule weist den beiden Störchen den Weg und schon kündigt sich das Eintreffen Kaschnurs an. Schnell verstecken sich die Störche und belauschen die finstere Gesellschaft.
Und endlich ist es soweit! Kaschnur gibt das vergessene Zauberwort preis.
Sofort eilen der Kalif und der Großwesir rückverwandelt zur Eule, die sich zur Erleichterung und Freude des Kalifen in eine bildhübsche Prinzessin verwandelt.
Überglücklich reisen die Drei nach Bagdad zurück. Mizra, der Sohn Kaschnurs, muss von dem Zauberpulver schnupfen und fortan sein Leben als Storch verbringen.




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